Malermeister und Roter Funk: Dat FärvDöppe is zeröck!

Daniel Gehlen ist in seinem beruflichen Leben Teamleiter bei Heidecke. Aber in ihm schlägt noch ein zweites Herz – und das ist jeck und traditionsbewusst. Als Kind der Südstadt war sein Traum schon immer, zu den Roten Funken zu gehören. Das ist gar nicht so einfach, denn das alte, würdevolle Traditionskorps hat ein Auswahlverfahren, das noch ins frühe 19. Jahrhundert zurückreicht. Eine erste Anerkennung ist ihm schon zuteil geworden: Ein Spitzname mit Tradition.

Denn schon einer der ersten Inhaber der Heidecke Malerwerkstätten war ein staatser Roter Funk. Nicht nur das: Er war im Korps sogar Senatspräsident. Zugleich bekleidete er in NRW damals das Amt des Regierungspräsidenten. Sein Spitzname bei den Roten Funken: FärvDöppe. Auf Hochdeutsch: Farbeimer. Denn die meisten Maler bleiben nun mal im Herzen Maler, egal welcher Ruhm ihnen sonst zuteilwird. Dass Daniel Gehlen genau diesen Namen als Spitzname tragen darf, liegt daran, dass er ein „Heidecke-Kind“ ist. Kein anderer Maler hätte wohl das Recht bekommen, diesen Namen zu tragen. Damit steht er in einer ehrwürdigen Unternehmenstradition. Aber es ist für ihn vor allem eins: eine große Ehre.

Konsequente Traditionspflege

Der Aufnahmeprozess ist genau geregelt: Wer mitmachen möchte, geht als Gast mit und hospitiert anschließend eine gewisse Zeit. In der Bewährungsphase überzeugen sich die Roten Funken vom Engagement und der Zuverlässigkeit des Bewerbers. Am Ende der Hospitantenzeit setzt sich der Ballotage-Ausschuss zusammen und entscheidet über die Aufnahme als Rekrut. Die feierliche Aufnahme erfolgt im Rahmen des Regiments-Exerzierabends. Dort wird er vereidigt und erhält zur Uniform das Korpskreuz und den Spitznamen.

Ist das nicht sehr anstrengend? „Man muss wissen, dass die Roten Funken die älteste und traditionsbewussteste Gesellschaft von Köln sind“, sagt Gehlen. „Aber gefällt gerade die konsequente Traditionspflege ganz besonders. Dass Regeln gelten, heißt auch, dass man sich aufeinander verlassen kann.“ Und, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu: „Und es wird trotzdem gelacht. Sehr viel sogar.“